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40
Jahre "Essener Songtage"
Manche wollten einfach nur reden
Essen,
27.05.2008WAZ:
Im Herbst 1968 waren die Songtage. Das deutsche Feuilleton schaute auf
Essen. War es auch ein Thema für die Bevölkerung?
aber nicht funktioniert, weil das Programm zu groß wurde. Für Diskussionen blieb nur noch wenig Zeit. WAZ: Und am Ende stand ein Artikel in der Zeitung "Ruhr Nachrichten", der von sexuellen Ausschweifungen in der Grugahalle handelte . . .
Mahnert: Der Text ist großteils erfunden. Wahr ist nur, dass eine Kölner Kabarettgruppe auf der Bühne die Hosen 'runterließ. Und jemand zitierte das Vaterunser in einer verfremdeten Version. Deshalb wurde später die Staatsanwaltschaft aktiv: wegen Gotteslästerung. Die Ermittlungen wurden eingestellt. WAZ: Den Oberbürgermeister angepöbelt, ständig Diskussionen, die Staatsanwaltschaft ermittelte - klingt, als ob die Songtage Chaostage waren. Mahnert: Keineswegs! Ein Großteil der Veranstaltungen lief gesittet ab. Es gab hervorragende musikalische Beiträge, wie zum Beispiel das Frank-Zappa-Konzert. Die Leute vom Fernsehen mussten sich die wenigen langhaarigen Besucher extra zusammenstellen, um die gewünschten Bilder zu bekommen. Und die Musikrichtung "Kraut Rock" wurde in Essen geboren. WAZ: Die Gruppe "Amon Düül" trat auf mit Uschi Obermeier, die die Rasseln schwang . . . Mahnert: Genau, und im Publikum saß Rainer Langhans von der Kommune 1 aus Berlin. Da hat er sich offenbar sofort in sie verliebt und mitgenommen in seine Wohngemeinschaft. WAZ: Warum haben Sie ein Buch darüber geschrieben? Mahnert: Ich will, dass sie nicht vergessen werden. Sie waren, sind und bleiben ein Meilenstein der Musikgeschichte. Der WDR zeichnete alles auf - aber die Tonbänder verschwanden. Es gibt keine Aufnahmen. Martin Spletter D. Mahnert, H. Stürmer: Zappa, Zoff und Zwischentöne. Essener Songtage 1968, Klartext Verlag, ab Juni 2008 Zum Thema: Videointerview mit Fotostrecke - Zappa, Zoff und Zwischentöne |